Über uns: integrierter Pflanzenschutz

Was bedeutet integrierter Pflanzenschutz?

Im Gemüseanbau sind wir auf Insekten angewiesen – insbesondere auf Hummeln. Ohne deren Bestäubungsarbeit wachsen aus den Blüten keine Früchte. Auch andere Nützlinge sind in unseren Kulturen gern gesehene und wertvolle Gäste. Um sie zu schützen und möglichst wenig in die natürlichen Abläufe einzugreifen, setzen wir seit Jahren auf „integrierten Pflanzenschutz“.

Über uns: Familienbetrieb
Mit Nützlingen zu gesunden Tomaten: Bei der Gesunderhaltung durch integrierten Pflanzenschutz setzen wir zu allererst auf biologische Schädlingsbekämpfung.

Schützender Umgang mit Nützlingen

Bei dieser naturnahen Anbauweise werden Pflanzen- und Umweltschutz harmonisch miteinander verbunden. Ziel ist es, mit allen Mitteln die Pflanzen gesund zu erhalten, und dennoch so wenig Chemie wie möglich einzusetzen. Die Auswahl von widerstandsfähigen und geeigneten Sorten, die bedarfsgerechte Düngung und die Verwendung von Pflanzenstärkungsmitteln tragen dazu bei. Oberstes Gebot des integrierten Pflanzenschutzes ist es, die vielen Nützlinge – wie Schlupfwespen, Raubmilben und Raubwanzen – jederzeit zu schützen, da gerade diese Tiere dem Gemüsebau helfen, den Schädlingen auf natürliche Art und Weise Paroli zu bieten. Nur wenn die Waage zu Gunsten des Schädlings ausschlägt, reagieren wir darauf. Immerhin unterliegt der Anbau von Kulturpflanzen der Wirtschaftlichkeit; der Familienbetrieb und unsere Mitarbeiter leben von den Erträgen. Auf diese Weise lassen sich verantwortlicher Umweltschutz im Sinne der Biodiversität und rentabler Erwerbsgemüseanbau in Einklang bringen.

Vorbeugender Einsatz von Nützlingen

Der integrierte Pflanzenschutz mit Nützlingen ist am erfolgreichsten, wenn die nötigen natürlichen Gegenspieler schon im Gemüsebestand vorhanden sind. Daher ist der vorbeugende Einsatz dieser Tiere für uns von großer Bedeutung. So können zum Beispiel Schlupfwespen gegen Blattläuse in einer sogenannten Offenen Zucht aufgebaut werden. Dabei werden einkeimblättrige Pflanzen (z.B. Getreide), welche bereits mit Getreideläusen besiedelt sind, zwischen die Kulturpflanzen gestellt. Da diese Läuse nur auf einkeimblättrigen Pflanzen gedeihen, stellen sie für das Gemüse keine Gefahr dar. Auf den Getreidepflanzen werden schließlich die nützlichen Schlupfwespen ausgebracht (Aphelinus abdominalis und Aphidius-Arten). Diese ernähren sich zunächst von den Getreideläusen und können sich dort durch Parasitierung der Läuse fortpflanzen, suchen jedoch auch aktiv nach anderen Lausarten. So sind diese bereits im Bestand und direkt zur Stelle, wenn das Auftreten anderer Läuse die Kulturen bedroht.

Biologische Methoden haben Vorrang

Dabei verschließen wir uns nicht dem Fortschritt und der Innovation. Das fängt mit dem Einsatz von Pheromonfallen für verschiedene Schadschmetterlinge an. Dabei werden künstliche Lockstoffe eingesetzt, um diese anzulocken. Zur Bekämpfung der Raupen setzen wir auf auf Bacillus thuringiensis, einem bodenlebenden Bakterium. Dieses produziert kristalline Proteine (sog. Bt-Toxine), welche spezifisch toxisch auf die schadfressenden Raupen wirken, bei Pflanzen oder Menschen jedoch wirkungslos sind. Dieses Verfahren nennt sich biologischer Pflanzenschutz. Nur bei Bedarf werden diese Methoden um chemische Substanzen ergänzt. Dabei setzt der „integrierte Pflanzenschutz“ voraus, dass alle anderen praktikablen Möglichkeiten zur Abwehr und Bekämpfung von Schadorganismen ausgeschöpft sind und die Belange des Verbraucher- und Umweltschutzes sowie des Anwenderschutzes ausreichend berücksichtig werden.

Nur gezielter chemischer Einsatz

Deshalb ist es für uns von großer Bedeutung, den Schädlingsbefall genau im Blick zu behalten und gezielt zu handeln. Das Auszählen von Gelbtafeln zur Überwachung (sog. Schädlings-Monitoring), sowie auch geschulte Mitarbeiter helfen dabei. Dadurch wird vor jeder Pflanzenschutzmaßnahme überprüft, ob eine Anwendung nötig oder der Nützlingsbesatz hoch genug ist, um den Schädlingen entgegen wirken zu können. Wenn nicht, wird der Einsatz chemischer Mittel gezielt auf den Schädling und die jeweilige Situation zugeschnitten, um dem Grundprinzip des integrierten Pflanzenschutzes „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ gerecht zu werden. Nach Möglichkeit erfolgt eine solche Anwendung dann auch nur punktuell. Dieser Aufwand gewährleistet, dass Sie immer ausreichend frisches Gemüse kaufen und es unbedenklich verzehren können.

Insgesamt investieren wir pro Jahr in den biologischen Pflanzenschutz € 120.000; davon entfallen 95% auf den Nützlingseinsatz. Im Gegenzug dazu geben wir für den chemischen Pflanzenschutz € 21.000 aus.